Eine Wasserleiche

Hallo.

Habt ihr schon mal eine Wasserleiche gesehen? Nein? Ich wünsche euch das auch nicht, ehrlich gesagt. Kein schöner Anblick.
Alles ist ganz weit, aufgedunsen vom Wasser, das sich in jeder Pore festsetzt. Ich erspare mir hier auch mal weitere Ausführungen – komme aber nicht umhin zu erwähnen, dass ich jetzt in den „Genuss“ kommen durfte. Ich habe mir zum Glück nicht so viel anmerken lassen, wie sehr es mich geekelt hat. Schließlich waren Ltd Grace Bennett und Detective Jacobs mit dabei. Die Leiche wurde nämlich an den Strand angespült, nahe den La Petite Baleen Swim Schools in der Mason Street. Quasi direkt neben der Golden Gate Bridge, die auch – natürlich gerade an so nebligen Tagen – mit ihrem Nebelhorn immer deutlich zu spüren ist. Fast schon unheimlich, dieses gigantische Bauwerk. Wie ein Stachel ragt die Brücke aus der Stadt hinaus. Achso – hatte ich erwähnt, dass sich der Tote wohl von der Brücke gestürzt hat? Fatal. Immerhin hat sie eine Höhe von fast 70 Metern.

Bei Recherchen habe ich festgestellt, dass schon seit der Eröffnung im Jahre 1937 über 1600 Menschen Suizid von dieser Brücke begangen haben. Schlimm. Dass es immer Menschen gibt, die denken der Tod sei der letzte Ausweg, weil sie sich mit den Problemen und Sorgen des Lebens überfordert fühlen. Statt 50 Mio. Dollar für den Bau eines Zauns auszugeben, sollten sie lieber mal Geld in die Hand nehmen, um den Menschen, die so denken, eine Unterstützung anzubieten. Dass es eben gar nicht erst so weit kommen muss. Tragisch. Wirklich.

Trotzdem ist dieser Fall jetzt mit der Wasserleiche etwas ganz Besonderes. Denn er ist nicht nur gesprungen und raus ins Meer gespült worden. Diese Leiche lag am Strand und neben ihm befand sich wieder ein Davidstern. Ist das nicht ungewöhnlich? Eben, finde ich auch. Und deswegen ist es gut, dass Bennett und ich da ermitteln. Also … viel mehr sie und Jacobs. Aber ich bin ja als Berater quasi mit dabei. Ihr wisst schon… Und ich glaube zusammen haben wir gute Chancen den Fall zu knacken.