Zurück in die Vergangenheit

Wer hätte das gedacht? Noch während wir mitten im Fall „Tote reden nicht stecken“, entwickelt sich schon der nächste spannende Fall – quasi direkt vor unseren Augen.

Es geht dabei tief hinab ins Dogpatch, das zwischen Potrero Hill und der Bucht liegt. Hier im Hafengebiet war im 19. Jahrhundert eine große Schiffsbaugesellschaft – bis heute zeugen noch die großen Lagerhallen davon. Viele von ihnen sind inzwischen in nicht selten teure Loft-Wohnungen umgebaut worden. Aber auch Kunstgalerien und kleine, trendige Läden haben sich hier mit der Zeit angesiedelt. So ist das Dogpatch inzwischen schon ein aufstrebendes Viertel von San Francisco. Wenngleich unser Fall eher in den niederen Abgründen des Viertels spielt.

Und die Leute, mit denen wir es zu tun bekommen, tja… Ob die noch einmal aufstreben können? Eigentlich sind sie noch so jung und haben so viel Perspektive vor sich… Und doch ist Fortschritt ein Wort, das ihnen scheinbar verwehrt bleibt. Auch, wenn sich Beth vom Grocery sich sehr liebevoll um die Jungs kümmert. Selten, dass diese Jungs wirkliche Liebe und Annahme erfahren können.

In meiner Zeit als Streetworker hatte ich noch mehr und tieferen Kontakt zu den jungen Leuten, die meist in Sprayer-Gangs abtauchen. Künstler, ja, das sind sie. Graffitis zeugen wirklich tollen, kreativen Ideen und genialer Umsetzung. Doch die Gruppe hat ihre eigenen Gesetze. Dort finden sie halt leider eine Familie, die ihr Zuhause oft nicht geben kann. Weil die Eltern überfordert sind mit ihrem eigenen Leben, weil Gewalt oder Missbrauch vorliegt. Ich hab echt ein großes Herz für die Jungs. Aber dass es dann so kommen musste, dass ich einen von ihnen ermordet vorfinde…

Ein düsterer Fall. Von einem Jungen, einem Künstler, der gerade im Begriff war groß raus zu kommen, dem aber alles verwehrt bleiben sollte. Den Hinterbliebenen bleibt, was der Mörder selbst geschaffen hat: Ein tödliches Kunstwerk.